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Wenn unser Sportwart Klaus an die Tauchgewässer ruft, ziehen
wir doch gerne die handliche Tauchausrüstung nebst Picknickdecke und
Verpflegung unter leisem Fluchen hinter
uns her, dieses Mal zum Adolfosee. Zwei besonders sportliche Vereinsmitglieder
bogen jedoch bereits schwitzend – weil in kompletter Montur – um die Ecke und
behaupteten, den Weg von zu Hause gejoggt zu sein, was ich allerdings nicht
glaube.
Dem Aufruf zu diesem Tauchausflug waren – und darauf kann
man inzwischen Wetten abschließen – Erinnerungsmails gefolgt, die an die
gültige Tauchtauglichkeit mahnten und mich wieder mit der Frage zurücklassen,
ob es im Verein tatsächlich noch verwegene Naturen gibt, die sich ohne diese
auch nur in die Nähe eines Gewässers trauen würden.
Dieses Mal, und erwartungsgemäß bei strahlendem Sonnenschein
und lauen Temperaturen, war das Ziel der Adolfosee in Hückelhoven-Anrath. Eine
taucherische Herausforderung, verglichen mit unserem Bösi. Ein besonderes
Merkmal des Sees sind seine vielen Bodenwellen, die häufig quer zum Ufer
verlaufen und allen Kompassmuffeln, die sich sicherheitshalber lieber nur an
der Uferböschung orientieren, das Leben schwermachen. Denn tauchen im Adolfosee
ist eher wie Bergsteigen, bergauf und bergab, obwohl man eigentlich nur
geradeaus schwimmen will. (Es empfiehlt sich, und hier spreche ich aus
Erfahrung, dieses topografische Wissen besonders bei Nachttauchgängen parat zu
haben, falls man sich alle paar Meter unerklärlicherweise im Schlamm oder Sand
wiederfindet.)
Hatte man nach einigem Suchen eine Stelle im See gefunden,
die noch nicht von der großen Anzahl der Taucher durchpflügt worden war, konnte
man sich über den üblichen Fischbestand freuen. Hechte, große Flussbarsche,
Rotfedern und viele Jungfischschwärme tummelten sich im See, die jedoch schon
etwas verschreckt wirkten und schnell davon schwammen. Surrealistisch wirkte
die streckenweise weihnachtliche Unterwasserstimmung, hervorgerufen durch die
heftige Algenblüte, die in ihrer Fülle wie Schneefall wirkte. Nachträglich
erreichte mich eine Meldung, nach der tatsächlich einer DER Welse gesichtet
worden sein soll, DER für viele überhaupt der Grund ist, in den Adolfosee zu
steigen, aber durch das heftige „gemelme“
des Buddys nicht mehr zu fotografieren war. Leider lässt sich der
Wahrheitsgehalt dieser Aussage nicht mehr belegen – aber die Lebensweisheit:
„Einer muss ja an allem Taucherelend schuld sein!“ Alternativ können wir jedoch
eine Menge Unterwasserbilder betrachten, die die harte Arbeit von Sabine und
Thomas auf ihrem Weg zu Silbertauchern dokumen-tieren: Bojensetzen,
Wechselatmung, Orientierung, und das alles mit einem zuversichtlichen Lächeln
im Gesicht!
Der nächste Lockruf unseres Sportwartes wird im Juli
erschallen, dann dürfen wir unsere Ausrüstung bis Panheel bewegen und
vielleicht wird sich ja wieder ein ähnliches Rekordergebnis an aktiven Vereinsmitglieder am Wasser einfinden; ob
unsere joggenden Kollegen allerdings auch diese Strecke bewältigen werden, ich
glaube weiterhin nicht daran. Aber das macht auch nichts, denn eigentlich gibt
es nur eine einzige relevante Frage: Ist eure Tauchtauglichkeit noch gültig?
Weitere Eindrücke zum Ausflug findet Ihr in der Bildergalerie.
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